Auf allen Zahnoberflächen bilden sich laufend bakterielle Beläge. Werden diese nicht regelmäßig durch effektive häusliche Mundhygienemaßnahmen entfernt kommt es zu einer Entzündung des Zahnfleisches (Gingivits). Bleibt diese Entzündung unbehandelt kann sich sich in die tieferen Zahnfleischregionen ausbreiten und den die Zähne umgebenden Knochen betreffen, dieses Krankheitsbild nennt man Parodontitis.

Mehr als 50% des Zahnverlustes in der erwachsenen Bevölkerung ist auf die Erkrankung des Zahnhalteapparates (Parodontitis) zurückzuführen! Etwa 3 von 4 Menschen leide irgendwann im Laufe ihres Leben einmal an Parodontitis.

Diese, durch Bakterien verursachte, Entzündung verläuft oft unbemerkt und schmerzlos, hat aber schwerwiegende Folgen! Der Knochenabbau führt zur Lockerung und zur Veränderung der Position der Zähne. Im schlimmsten Fall führt Parodontits zum Zahnverlust.

Risiko Parodontitis-  Grundsätzlich kann jeder Mensch an Gingivitis und in der Folge an Parodontitis erkranken. Faktoren, die das Risiko an Parodontitis zu erkranken erhöhen sind:

  • Mangelnde Mundhygiene
  • Rauchen (Raucher haben ein bis zu 7- fach erhöhtes Risiko an Parodontits zu erkranken!)
  • Lifestyle Faktoren die zu einer Schwächung des Immunsystems führen können (Stress, unausgewogene Ernährung, etc.)
  • Allgemeine, chronische Erkrankungen (zum Beispiel Diabetes)

Diagnosemaßnahmen – der Erste Schritt zur Vorbeugung von Gingivits und Parodontitis!

Regelmäßige zahnärtzliche Kontrollen mit schmerzloser Messung des Parodontalenstatus: mit Hilfe einer zahnärtzlichen Sonde wird die Eindringtiefe zwischen Zahn unf Zahnfleisch gemessen. Im Gesunden ist es nicht möglich tiefer als 2-3mm vorzudringen. Im parodontal Erkrankten Patienten dringt die Sonde tiefer in das entzündete Gewebe ein. Röntgenaufnahmen und das Erheben medizinischer und zahnärtzlicher Vorgeschichten sowie das Erfassen persönlicher Riskofaktoren helfen bei dem Erstellen eines individuellen Behandlungsplanes.

Behandlungsschritte – In Abhängigkeit des Schweregrades der parodontalen Erkrankung

Die Behandungsmaßnahmen der reversiblen, vollständig ausheilenden Gingivitis beinhalten das Durchführen professioneller Zahnreinigungen durch den Zahnarzt oder eine speziell ausgebildete Dentalhygienikerin sowie die Instruktion und Motivation zur effektiven häuslichen Mundhygiene mit individuellen Hilfsmitteln (zum Beispiel antibakterielle  Mudspüllösungen, Hilfsmittel zur Reinigung der Zwischenräume, etc.)

Wird die Diagnose Parodontitis gestellt ist  die Durchführung einer professionellen Zahnreinigung nicht ausreichend. Es wird eine systematische, nicht chiruggische Reinigungstherapie aller zugänglicher Zahnoberflächen in mehreren Sitzungen durchgeführt. Es können unterstüzend oral einzunehmende Antibiotika zum Einsatz kommen. Erst nach der genauen Beurteilung des Heilungserfolges ca. 12 Wochen nach der letzten Reinigungssitzung werden mit Zahnarzt und Patient weitere Therapiemaßnahmen  besprochen und eine individuell abgestimmte Langzeitbetreuung (Recall) festgeegt.

Zum Verhindern von Gingivitis und Parodontits lassen Sie regelmäßig (2x jährliche) eine zahnärtzliche Kontrolle durchführen und fragen Sie nach einer professionellen Mundhygiene Behandlung!